03 · Aktive Bewegungstherapie
Selbst bewegen, aber nicht einfach irgendwie
Bei der aktiven Bewegungstherapie führt der Hund die Übungen selbstständig aus. Damit lässt sich sehr gezielt an Kraft, Ausdauer, Koordination, Gleichgewicht, Beweglichkeit und Körperwahrnehmung arbeiten. Gleichzeitig können Bewegungsmuster beeinflusst werden, die sich durch Schmerzen, Schonung oder längere Inaktivität verändert haben.
Zum Einsatz kommen je nach Hund und Therapieziel beispielsweise Cavaletti, Pylonen, unterschiedliche Untergründe, Gewichtsverlagerungen, kontrollierte Wendungen, Schrittfolgen oder Übungen für Übergänge zwischen Sitzen, Stehen und Gehen. Auch ganz unspektakuläre Bewegungen können therapeutisch anspruchsvoll sein, wenn sie langsam, sauber und mit gezielter Belastung ausgeführt werden.
Gerade nach längeren Schonphasen reicht es nicht, einen Hund einfach wieder mehr laufen zu lassen. Kondition kann schneller zurückkommen als gezielte Muskelkraft, Stabilität und ein gleichmäßiges Bewegungsmuster. Deshalb wird Belastung schrittweise gesteigert.
Aktive Übungen können unter anderem eingesetzt werden für:
- gezielten Muskelaufbau und Verbesserung der Belastbarkeit
- Koordination, Gleichgewicht und Propriozeption
- Stabilität von Rumpf und Gliedmaßen
- Gangbildschulung und kontrollierte Belastungsübernahme
- Erhalt von Mobilität und Kraft bei Seniorenhunden
- schrittweisen Wiedereinstieg nach Operation, Verletzung oder längerer Schonung